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Bir Zeynep 11.11.2005, 17:54 Kerbela ( Quelle: www.alevitentum.de (http://www.alevitentum.de) )
"Nach der Ermordung Alis wurde Muawiya Kalif und Alleinherrscher. Er ist der Ausformer des frühen Islams. Wegen ihm zogen die Enkelkinder Mohammeds Hasan und Hüseyin nach Medina zurück. Sie versprachen Muawiya politisch nicht mehr aktiv zu sein, dies genügte ihm. So lebten Hasan und Hüseyin bis 670n. Chr. Hasan starb. Kurz nach dem Tod des Hasan starb auch Muawiya. Sein Sohn Yasid kam an die Macht und vergrößerte sein Reich sehr schnell. Muawiya reichte die politische Nichtaktivität Hasans und Hüseyins, Yasid jedoch verlangte von Hüseyin Treueeid zuleisten. Obwohl Hüseyin wusste, dass das Ablehnen Yasids Verlangens ihm Schwierigkeiten bringen würde, lehnte er Yasids Wunsch ab. Nun musste Hüseyin fort, er zog mit seinem 100 köpfigen Gefolge nach Kufa. Die Kufaner wollten ihn schützen, da sie Schiiten waren. Aber als Hüseyin in Kufa ankam, hatten die Kufaner längst ihre Meinung geändert und ließen Hüseyin nicht in die Stadt. Die Kufaner hatten ihn und sein Gefolge sogar angegriffen. Hüseyin konnte von Kufa aus nicht zurück nach Medina, weil die Macht Yasids sich viel stärker ausgedehnt hatte. Hüseyin entschied, in den Norden zu fliehen. Yasid hatte nun auch die Kufaner völlig unter seiner Herschafft. Er befahl ihnen, Hüseyin im Norden einzuschließen. Im Norden, eingeschlossen durch einen 4000 köpfigen Truppe von Kufaner, wollte man von Hüseyin sein vollständiges Aufgeben [Das ist aber ein komischer Satz!? Verstehe ich nicht!!]. Hüseyin jedoch, die Folgen wissend, lehnte dies ab. Durch einen Befehl des Yasids wurde Hüseyins 70 köpfige männliche Begleitung von den Kufanern getötet. Tagelang verdursteten Hüseyin und sein Gefolge in der Wüste zur Kerbela im heutigen Irak. Während sie in der Wüste verdursteten, unter dem Gefolge auch Frauen und Kinder, wurden sie nochmals angegriffen. Als ein Sohn Hüseyins mit einem Pfeil ermordet wurde, fiel Hüseyin aus mehreren Wunden blutend zu Boden. Die einzigen überlebenden der Tragödie waren der 24 jährige Zeynel Abidin, Sohn des Hüseyin, mit einigen Frauen und Kindern. Ali, der Vater des Hüseyin, wusste, als er noch lebte, von der Tragödie. Die Sprüche des Ali wurden von Serif Murtaza zusammengefasst. Laut Serif Murtaza hat Ali folgendes über die Tragödie in Kerbela gesagt: "Als ob ich mit mir wäre und mit meinen Nachfolgern, als ob ich in Kerbela wäre, als ob ich an der Kriegsfront wäre." Die Spuren dieser unmenschlichen Verfolgung tragen die Aleviten bis heute noch in ihrer Seele. Sie fasten im Monat "Muharrem" (der islamische Monat indem dies geschehen ist) 12 Tage aus Trauer und als Zeichen der Erinnerung an die Tragödie. Da Hüseyin mit seinem Gefolge in der Wüste zur Kerbela verdurstet ist, trinken Aleviten während ihrer Fastenszeit kein reines Wasser."
Bir Zeynep 11.11.2005, 18:07 ALEVITEN
"Die Aleviten bilden nach den Sunniten die zweitgrößte Religionsgemeinschaft in der Türkei (etwa 40-50 Prozent der Gesamtbevölkerung) [Naja, das sei mal so dahingestellt, genau weiß man es nicht. ]. Wir gelten in allen westlichen Ländern unter den Arbeitern als überrepräsentiert, die zum größten Teil - überwiegend bei der jüngeren Generation - die westliche Staatsbürgerschaft besitzen.
Alevi bedeutet "Anhänger Alis". Wir unterscheiden uns von anderen Muslimen durch die Ablehnung des sunnitisch-rituellen Gebetes und Almosengebens. Die Pilgerfahrt nach Mekka ist bei uns nicht vorgeschrieben, wird aber von vielen Aleviten wahrgenommen. Des Weiteren ist bei uns die Wallfahrt zu den Gräbern Alis und Husseins in Kerbela üblich.
Die alevitische Konfessionslehre gehört innerhalb der islamischen Konfessionen der "caferitischen-zwölferschiitischen" Konfession an, in der eine soziale Vorstellung und eine humanistische Philosophie verankert ist. Nach ihm ist der Mensch das wertvollste und reifste Geschöpf, das existiert. Alles existiert im Menschendasein, vorausgesetzt, dass der Mensch diese Menschenwerte kennt und mit Menschenwürde lebt. Die alevitische Philosophie hat ihre Wurzeln in der Wissenschaft. Sie meint, dass "nur durch Wissen und Vernunft Licht in der Finsternis der Gedanken gebracht werden kann". Mit Wissen und Vernunft können Schlechtigkeit, Hass, Vorurteile und Ignoranz besiegt werden. Durch Wissen und Vernunft kann man zu Frieden, Freundschaft und innerlichem Wohlstand gelangen. Nach dem alevitischen Glauben kann ein Mensch mit dem Gebet allein seine Pflichten nicht erfüllen. [Außerdem brauchen Aleviten keinen speziellen Raum zum Beten und keine spezielle Richtung, Gott "lebt" nicht in der Moschee, er ist überall präsent, vor allem im Menschen selbst. Deswegen betet der Alevit immer dann und immer dort, wo ihm danach ist.]
Wir halten das Fasten im Monat Ramadan nicht [wobei es hier wirklich Ausnahmen gibt. Ich kenne viele Aleviten, die am Ramazanfasten teilnehmen, ob dies aus Druck von Seiten der Sunniden oder aus innerem Verlangen nach Akzeptanz geschieht, kann ich nicht beantworten.], sondern ein zwölftägiges Fasten im Monat Muharram, in dem Alis Sohn Hussein umgebracht wurde. An religiösen Zeremonien nehmen außer den Männern auch die Frauen und Kinder teil, die Feiern finden nachts statt. [Boah, DAS finde ich krass dargestellt. kein Wunder, dass manche mit Beschuldigungen ankommen, von wegen wie "Mum söndürmek" etc...] Die Frauen sind nicht verschleiert, sie haben dieselben Rechte und Pflichten wie die Männer.
Wir Aleviten befürworten den säkularen Staat; Toleranz und Humanität stehen im Mittelpunkt unseren Denkens. Darüber hinaus tendieren wir zu eher liberalen gesellschaftlichen Positionen.
In der Türkei gibt es leider Versuche, die Aleviten zwangsweise zu Sunniten zu machen [zu sunnitisieren]. In unseren Dörfern werden Moscheen gebaut, blutige Unruhen hat es zuletzt 1995 in Istanbul gegeben. Auch hier im Westen gibt es Versuche der "Zwangssunnitisierung", wobei wir diese Bestrebungen durch Unwissen unser Konfession (Religionsgemeinschaft) bei den westlichen Behörden ansehen."
Bir Zeynep 13.11.2005, 23:44 Quelle: wikipedia.org
"Die aktuelle Lage der Aleviten in der Türkei
Die Situation der Aleviten ist auch gegenwärtig von starken Spannungen mit den viel konservativeren Sunniten bestimmt. Zwar dürfen die traditionellen alevitischen Feste inzwischen in der Türkei offen gefeiert werden, allerdings offiziell nicht als religiöse, sondern lediglich als Folkloreveranstaltungen. Dies ist in der recht speziellen Form der Trennung von Staat und Kirche in der kemalistischen Türkei begründet.
Diese Herabsetzung von Ritualen wie dem "Cem", die für den alevitischen Glauben zentral sind, wird von Aleviten als Diskriminierung empfunden. Denn trotz der staatlichen Religionsfreiheit in der Türkei gab und gibt es dort starken Druck auf ihre Anhänger, sich dem sunnitischen Islam zuzuwenden oder ihren Glauben zumindest nicht offen auszuleben. So kam es zum Beispiel 1978 in den Städten Çorum und Kahramanmaraş zu anti-alevitischen Pogromen. 1993 wurden nach einem alevitischen Kulturfestival in Sivas 37 Aleviten durch einen Brandanschlag auf ihr Hotel ermordet. Das Hauptziel des Anschlages war Aziz Nesin. Diese Massenmorde und Massaker an Aleviten geschahen mit Duldung der staatlichen Organe. Sie haben ein gewolltes Klima geschaffen, in dem Aleviten sich gezwungen sehen könnten, das Alevitentum zu verheimlichen oder dem sunnitischen Islam zu folgen.
Hinzu kommt eine erzwungene "Sunnitisierung" von traditionell alevitischen Siedlungsgebieten. Selbst in mehrheitlich alevitischen Dörfern wurden auf Kosten der dortigen alevitischen Steuerzahler sunnitische Moscheen gebaut. Dies zeigt, dass die Aleviten bis heute von anderen Muslimen nicht als eigenständige und gleichberechtigte Religionsgemeinschaft anerkannt werden.
Die Europäische Kommission hat die Diskriminierung der Aleviten in der Türkei im Rahmen von deren Beitrittsverhandlungen zur Europäischen Union mehrfach kritisiert: zuletzt in der „Empfehlung zu den Fortschritten der Türkei auf dem Weg zum Beitritt“ vom 4. Oktober 2004. Ein Beitritt der Türkei zur EU ohne Anerkennung der Aleviten als muslimische Minderheit ist aufgrund der alle EU-Staaten verpflichtenden Religionsfreiheit daher undenkbar.
Aleviten in Deutschland
Der prozentuale Anteil der Aleviten an den aus der Türkei stammenden Menschen in Deutschland ist höher als der Anteil der Aleviten an der türkischen Bevölkerung. Dies hängt einerseits damit zusammen, dass türkische Einwanderer zu einem großen Anteil aus Gebieten in der Türkei kamen, die hauptsächlich von Aleviten bewohnt waren. Andererseits erfolgte in den 80er Jahren eine verstärkte Einwanderung als Asylsuchende, da die meisten Aleviten vor dem Militärputsch auf der Seite der Opposition standen.
Obwohl die Aleviten in Deutschland eine recht homogene Gruppe bilden, kann man doch zumindest drei "Richtungen" erkennen. Die Gruppe der "modernen Aleviten" (die größte Gruppe) sieht das Alevitentum als eigenständige Religion. Dieser Gruppe ist bewusst, dass das Alevitentum nicht so wie vor mehreren Jahrzehnten in türkischen Dörfern praktiziert werden kann. Statt einer Isolierung vertreten diese Aleviten die Öffnung hin zur Gesellschaft, beispielsweise durch die Forderung, die alevitische Religion gesetzlich anzuerkennen und eigenen Religionsunterricht erteilen zu dürfen. Nach dieser Ansicht ist das Alevitentum eine Religion unter vielen in einer multireligiösen Gesellschaft und es ist deswegen auch selbstverständlich, dass Menschen dem Alevitentum beitreten können.
Eine kleinere Gruppe von Aleviten sieht sich in erster Linie als Muslime und nicht als Aleviten. Sie versuchen deswegen auch eine Annäherung an die Sunniten zu erreichen, in dem sie z.B. neben dem Cem-Gottesdienst auch das sunnitische Gebet in einer Moschee verrichten. Gleichzeitig will diese Gruppe aber das ursprüngliche Alevitentum bewahren, und lehnt jede "Modernisierung" ab.
Eine dritte, die kleinste Gruppe, beharrt wie die erste Gruppe auf den Unterschieden zwischen Sunniten und Aleviten. Sie lehnen allerdings jegliche Veränderung ab, und wollen das Alevitentum auf dem Stand von vor einem halben Jahrhundert bewahren. So lehnen sie einen Beitritt zur sunnitischen Gemeinschaft ab und wollen das Alevitentum nicht einer breiteren Öffentlichkeit bekanntmachen, sondern weiter als eine Art "Geheimlehre" praktizieren. Erklären lässt sich dies durch die Erfahrung der Unterdrückung und Verfolgung durch Sunniten.
Allerdings stimmen diese Gruppen in den wesentlichen Punkten überein, so dass eine Spaltung der Aleviten sehr unwahrscheinlich ist. Vielmehr ist zu erkennen, dass zumindest die dritte Gruppe langfristig nicht weiter existieren wird, da deren Ansicht fast nur von älteren Aleviten vertreten wird. Alevitische Jugendliche in Deutschland haben normalerweise keine Unterdrückung durch Sunniten erleben müssen, so dass sie das Alevitentum selbstbewusst und offensiv nach außen im Sinne der ersten Gruppe vertreten.
Es ist festzustellen, dass die Aleviten in Deutschland einen für Aleviten (und Moslems) sehr hohen Grad an Organisierung (z.B. durch Gründung von Verbänden und Gemeinden) erlangt haben. So wurde z.B. das Kulturzentrum Anatolischer Aleviten im Jahr 2002 durch den Berliner Senat als Religionsgemeinschaft anerkannt und erhielt dadurch die Möglichkeit, alevitischen Religionsunterricht in den Berliner Grundschulen zu erteilen. Ziel der AABF (der Vereinigung der Aleviten in Deutschland) ist es, alevitischen Religionsunterricht auf Deutsch(!) in weiteren Bundesländern abhalten zu dürfen.
Die Bedeutung der Musik im Alevitentum
Die Musik hat eine hohe Bedeutung bei den Aleviten. Sie gibt Lebensfreude und spendet Trost in Zeiten der Not. Mit der Musik wird das Leid im Leben erträglicher. Vor allem melancholische Lieder bringen die Menschen zum Nachdenken und nehmen gar die Form einer Muse an, um der Kreativität auf die Sprünge zu helfen.
Mit der Musik kann auch Althergebrachtes kritisiert und provoziert werden. Anatolische Volksmusik ist identitätsstiftend für den einzelnen Aleviten, und stärkt das Zusammengehörigkeitsgefühl untereinander.
Die Musik hat im Alevitentum eine überaus wichtige Funktion. Eine Cem-Zeremonie ohne Musik ist heute unvorstellbar und ist für die Ausübung der religiösen Pflichten unverzichtbar, z.B. der Semah-Tanz. Für viele Aleviten ist das Instrument „Saz“ wie eine göttliche Offenbarung. Ohne dieses Instrument hätte das Alevitentum womöglich eine fundamental andere Entwicklung eingeschlagen.
Mit der Musik wird das Individuum mit der göttlichen Kraft eins. Nicht nur die „Dedes“ (alevitische Geistliche) inspirieren ihre Gemeinde, sondern ebenso der „Asik“ (auch Zakir genannt) und „Ozan“ (Volksmusiker). Mit ihren teils religiösen Textinhalten und Klängen über Ali, Schah Ismail, Pir Sultan Abdal etc. drücken sie ihre Sehnsucht nach einer besseren Welt aus, teilen mit anderen das Leid, die durch die Unterdrückung und Benachteiligung durch die Staatsmacht erleiden mussten und müssen, und konnten den alevitischen Glauben an die nächste Generation weiter vermitteln.
Viele dieser Lieder scheinen die Sorgen der Aleviten wider zu spiegeln. In dem Augenblick des Zuhörens vereinen sich Mensch und Musik. Gerne hören sich ältere Aleviten im geselligen Kreis die traurigsten und herzschmerzenden Lieder an, während die Tränen an der Wange entlang kullern. Dieses kollektive Trauern ist eine typisch alevitische Bewältigung ihrer Situation.
Der „Asik“ (Liebesliedersänger) von heute singt und spielt mit seinem Instrument „Saz“ nicht mehr wie früher auf dem Dorfplatz, sondern ist vielmehr in Musikcafes anzutreffen. Es ist die alevitische Musik, die die Gemeinschaft im groben zusammen hält, ihr ein Zusammengehörigkeitsgefühl vermittelt und dem Individuum bei der Identitätsbildung stützt. Die Musik verleiht dem Alevitentum das gewisse Mystische, in der viele Aleviten ihre Kraft schöpfen."
Canim Ya Ali 02.12.2005, 00:55 Danke vielmals für deine Mühe ... da ich mich nicht so gut im Internet auskenne ist es immer wieder gut kompakt auch hier Informationen zu finden, danke.
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Sana iyilik yapmis olanin hakki, ona tesekkür etmen,
onun iyiligini anman ve onun iyi oldugunu yayman ve
kendinle Allah´in arasinda halisane ona dua etmendir.
Bunu yaparsan ona gizli ve acikta tesekkür etmissin.
Bununla birlikte eger iyiligini hemen telafi edebilsen
etmelisin, yoksa eline bir firsatin gecmesini gözetlemelisin .
Canim Ya Ali 02.12.2005, 01:24 Unter dem Link
http://www.uni-duisburg.de/JUSO/EMRE/alevismu/
gibt es ausführliche Informationen über das Alewitentum sowie eine Diplomarbeit in der Deutschen Sprache ...
in wie weit die Diplomarbeit vom Ihnhalt sowie der Fülle des Alewitentums gerecht wird sollte jedem selbst überlassen werden, danke.
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Ich habe den obigen Link aus Informationsgründen hier ins Forum gestellt ...
ich habe dadurch kein Gewinn und kenne auch nicht den Verfasser und stehe
in keinem Kontakt zu der Person
Bir Zeynep 16.12.2005, 19:33 Unter dem Link
http://www.uni-duisburg.de/JUSO/EMRE/alevismu/
gibt es ausführliche Informationen über das Alewitentum sowie eine Diplomarbeit in der Deutschen Sprache ...
Danke für die Info, ich schau mal rein.
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